GeoFencing oder auch GeoFence ist ein Kunstwort, das sich aus den englischen Begriffen geographic und fence zusammensetzt. Frei übersetzt handelt sich bei GeoFencing also um einen digitalen Zaun, der ein bestimmtes Areal einschließt.

Der GeoFence kann sowohl einfache Flächen, zum Beispiel Kreise oder Rechtecke, als auch komplexe geografische Gebiete einzäunen.

Sobald der GeoFence beziehungsweise die digital eingezäunte Fläche definiert ist, werden Ereignisse festgelegt. Dabei handelt es sich zum Beispiel um das Betreten oder Verlassen dieses Gebiets. Tritt eines dieser Ereignisse ein, werden NutzerInnen mit Hilfe von E-Mail- oder Push-Benachrichtigungen darüber informiert.

Was ist GeoFencing?

Ein beispielhafter, komplexer GeoFence um das Messegelände der bauma 2022 in München (Quelle: OneStop Pro Software)

Wofür wird GeoFencing verwendet?

Die Anwendungsgebiete des GeoFencing sind sehr vielfältig. Es ist eine Möglichkeit des Diebstahlschutzes und der Überwachung von Maschinen, Fahrzeugen, Objekten oder Transporten. Die Daten können ebenso für Echtzeitanalysen zur Verbesserung von Planungs- und Arbeitsabläufen genutzt werden oder auch zur Einhaltung von Routen und Landesgrenzen im Bereich des Mietverleihs.

Wie funktioniert GeoFencing?

Um einen GeoFence einzurichten, bedarf es moderner, mobiler Technologie. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen GeoFence zu nutzen.

Die erste Möglichkeit ist das GPS (Global Positioning System). Insbesondere für die Outdoor-Nutzung ist die GPS-Ortung eine präzise Methode, um den Standort von Objekten festzustellen. Mit Hilfe eines GPS-Trackers, der am gewünschten Objekt installiert ist, wird das Überschreiten der GeoFence-Grenze registriert. Die Größen der GPS-Tracker variieren stark. In der Regel werden die GPS-Tracker durch die Stromversorgung des überwachten Objekts betrieben. Gleichzeitig haben sie zumeist einen integrierten Akku, damit auch Signale gesendet werden, wenn das Objekt nicht an die Stromversorgung angeschlossen ist.

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Eine weitere Möglichkeit sind RFID-Systeme. RFID ist die Kurzform für radio-frequency identification. Diese Technologie ist jedoch sehr kostenintensiv und schwierig in den Alltag zu integrieren auf Grund des hohen manuellen Aufwands bei der Integration. Bei dieser Technologie werden sogenannte RFID-Transponder an eine Maschine oder ein Gerät angebracht und senden, je nach Frequenz, Signale mit einer Reichweite von bis zu zehn Metern an den entsprechenden Empfänger. RFID-Systeme erhalten in der Regel die Stromversorgung über das Lesegerät.

Zudem kann man Bluetooth Beacons für GeoFencing nutzen. Sie senden Funksignale in kurzen Abständen, die von entsprechenden Empfängern (Gateways) verarbeitet werden. Dadurch entsteht eine sogenannte Signalregion. Die handlichen Bluetooth Beacons sind batteriebetrieben. Auch wenn diese Methodik zum Diebstahlschutz prinzipiell geeignet ist, wird sie zumeist eher für das reine Tracking von Objekten verwendet.

Wie werden die Daten des GeoFencing übertragen?

Für alle drei Technologien ist eine Übertragungsmethode Voraussetzung. Am häufigsten wird hierbei das Mobilfunknetz genutzt. Sollte das Mobilfunknetz nicht ausreichend sein, um die Daten zu übertragen, sammeln zum Beispiel GPS-Telematikeinheiten alles in einem Speicher. So gehen die gesammelten Daten nicht verloren. Sobald das Netz wieder ausreichend vorhanden ist, werden die Daten dann (nachträglich) weitergeleitet.

Für die Gewährleistung einer guten Netzabdeckung, werden oft auch M2M-Karten (Machine-to-Machine) genutzt. Diese sind eine Art der Mobilfunkkarte ähnlich einer SIM-Karte und werden verwendet, um in Deutschland und Europa eine sehr gute Netzabdeckung zu gewährleisten. Denn in jedem europäischen Land werden mindestens zwei Mobilfunknetz-Provider durch die M2M-Karten zur Verfügung gestellt. In Deutschland handelt es sich hierbei um die Mobilfunknetze der Telekom, von Vodafone oder O2.

Eine Alternative zur Nutzung des Mobilfunknetzes beziehungsweise der M2M-Karten, ist die Übertragung mit Hilfe eines WLAN-Netzes (Wireless Local Area Network). Es ist jedoch eine vergleichsweise seltene Methode für die Outdoor-Nutzung, aufgrund der zumeist mangelnden Netzwerkinfrastruktur.

Was kann GeoFencing in der Baubranche leisten?

Die Baubranche kann vom GeoFencing durchaus profitieren. Vielen Bau- und Handwerksbetrieben entstehen jährlich erhebliche Schäden durch den Diebstahl und Schwund von Maschinen, Geräten, Werkzeug und Material. Die Schadenssumme lag 2012 laut dem Bundeskriminalamt bei knapp 70 Millionen Euro – nicht miteinberechnet sind hierbei die Verluste durch Baustellenverzug und Arbeitsausfall. Durch die Möglichkeit der Standortbestimmung und des Trackings von Equipment und Werkzeugen, kann diesem Problem entgegengewirkt werden.

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Mit Hilfe von GeoFencing können solch unschöne Überraschungen vermieden werden. Sobald das überwachte Objekt den GeoFence verlässt, werden NutzerInnen oder BesitzerInnen benachrichtigt. So kann dem Diebstahl entgegengewirkt werden. Und im besten Fall wird der Dieb sogar auf frischer Tat ertappt. Aber auch für die Disposition bringt das GeoFencing Vorteile mit sich. So können Baustellenwechsel von Maschinen schnell erkannt und für die kurzfristige Planung mit einbezogen werden.

Sie wollen mit Hilfe von GeoFences ihre kostenintensiven Investitionsgüter vor Diebstahl absichern? Wir beraten Sie gerne! Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns einfach an.

Quellen:

IONOS SE. (2020). M2M-Kommunikation (M2M): Definition, Eigenschaften und Vorteile. Unter www.ionos.de/digitalguide/server/knowhow/was-ist-machine-to-machine-kommunikation-m2m/, aufgerufen am 07. Oktober 2021.

Kanders, A. (2014). Klau am Bau – Diebstähle auf Baustellen haben Konjunktur. Unter www.ikz.de/detail/news/detail/klau-am-bau-diebstaehle-auf-baustellen-haben-konjunktur/, aufgerufen am 04. Oktober 2021.

Ryte GmbH. (o. D.). Geofencing. Unter de.ryte.com/wiki/Geofencing, aufgerufen am 04. Oktober 2021.

Ryte GmbH. (o. D.). Beacon. Unter de.ryte.com/wiki/Beacon, aufgerufen am 11. Oktober 2021.

Weber, T. (o. D.) Was ist RFID? Unter www.rfid-basis.de/rfid-technik.html, aufgerufen am 07. Oktober 2021.

Welling, K. (2019). Geofencing einfach erklärt: Definition und Einsatzbereiche. Unter praxistipps.chip.de/geofencing-einfach-erklaert-definition-und-einsatzbereiche_115551, aufgerufen am 04. Oktober 2021.